Was ist Heuschnupfen?

Der Heuschnupfen wird auch als Allergische Rhinitis oder Pollinose bezeichnet und ist eine der bekanntesten allergischen Erscheinungen. Es handelt sich dabei um eine allergische Reaktion des Körpers auf verschiedene Pollenarten oder auf Hausstaub; Letzterer löst eine ganzjährige Krankheit aus. Betroffen sind die oberen Atemwege, die in dieser Zeit die stärksten Symptome zeigen. Heuschnupfen kann mit einer großen Zahl weiterer Erkrankungen und Kreuzallergien einhergehen, die den Zustand weiter verschlimmern und die Behandlung problematischer machen.

Symptome

Die Symptome des Heuschnupfens sind eindeutig. In der Zeit des Pollenflugs oder bei Kontakt mit Hausstaub läuft die Nase und die Augen tränen, da sich die Bindehaut entzündet, außerdem fühlt man sich körperlich ermüdet und matt. Schlimmstenfalls kann es sogar zu einer Verengung der Atemwege mit ernsten Atemstörungen kommen. Durch die Symptome kann es zu Schlaflosigkeit und Müdigkeit am Tag kommen, aber auch zum Juckreiz am ganzen Körper und zur Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen.

Auswirkungen des Heuschnupfens

Die Zeit des Pollenflugs ist auch die Zeit des Heuschnupfens

Problematisch ist der Heuschnupfen insbesondere in der Entwicklungsphase des Menschen. Erwachsene leiden gelegentlich unter Schlaf- und ernsten Atemstörungen, die Folge davon ist jedoch lediglich Müdigkeit und Abgeschlagenheit am Tag. Im Erwachsenenalter treten zusätzlich Kreuzallergien (hier mehr Informationen dazu) auf, die festgestellt und ebenfalls behandelt werden müssen. Kinder und Jugendliche hingegen können gleichzeitig von Asthma betroffen sein und Wachstumsstörungen entwickeln. Sie sind in der schlimmsten Phase des Heuschnupfens nicht mehr richtig leistungsfähig und bekommen dadurch in Schule und Ausbildung Probleme.

Was passiert im Körper?

Bevor sich Heuschnupfen entwickelt, erfolgt ein Erstkontakt mit dem Allergen, der aber ohne Symptome abläuft. Üblicherweise erkennt das gesunde Immunsystem in Pollen und Hausstaub keine Bedrohung und ignoriert sie, wenn sie in den Körper gelangen. Wenn jedoch eine genetische Disposition zur Ausbildung der Allergie besteht, wird der Eindringling als Krankheitserreger bekannt und löst die gleichen Prozesse im Körper aus. Abwehrzellen präsentieren den Lymphozyten das Allergen als Krankheitserreger, und diese beginnen mit der Produktion von Antikörpern, die sich speziell gegen das Allergen richten. Es handelt sich dabei um das so genannte Immunglobulin E, das an eine Mastzelle gebunden ist. In dieser Kombination ist der Antikörper dazu in der Lage, Allergene zu erkennen und sie direkt zu vernichten. Das Immunglobulin E verbleibt über viele Jahre hinweg im Körper, weshalb es fast ausgeschlossen ist, dass Heuschnupfen jemals wieder verschwindet – der Körper ist bereits sensibilisiert und die Antikörper kommen jedes Jahr aufs Neue mit den Allergenen in Kontakt, wodurch wieder neue Antikörper nachgebildet werden.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose erfolgt über den altbekannten Pick-Test. Dabei wird eine Stelle der Haut angeritzt, mit verschiedenen Allergenen in Berührung gebracht und man kann nach kurzer Zeit erkennen, worauf der Körper allergisch reagiert. Bei kleinen Kindern empfiehlt sich eine Blutentnahme zur Diagnose, damit der empfindlichere Körper nicht unnötig mit den Allergenen in Kontakt gebracht werden muss. Die Behandlung des Heuschnupfens beruht auf drei Säulen: Der Vermeidung des Allergens, der medikamentösen Unterdrückung der Symptome und der langfristigen Ausschaltung der Immunreaktion auf Pollen oder Hausstaub. Das Einatmen von Pollen kann man beispielsweise mit speziellen Atemmasken verhindern, Hausstaub muss vor allem im Wohnraum vermieden werden. Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Medikamenten zur Unterdrückung der Symptome von Heuschnupfen, beispielsweise Antihistaminika, Cortison oder Medikamente zur Abschwellung der gereizten Schleimhäute. Darüber hinaus besteht eine Chance, das Immunsystem wieder zu desensibilisieren, was als spezifische Immuntherapie bezeichnet wird. Sie wirkt nur dann, wenn erst wenige Allergien vorliegen, weshalb sie meist im Kindesalter begonnen wird. Wenn die Allergie nicht vollständig rückgängig gemacht werden kann, so zeigt sie doch zumindest schwächere Symptome.